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Kita und Grundschule in einem Boot – 46 Fachkräfte erarbeiten gemeinsam die Zukunft des Überganges in St. Ingbert
St. Ingbert, 10. Juni 2026 – Im Großen Sitzungssaal des Rathauses St. Ingbert sind heute 46 pädagogische Fachkräfte aus allen Kitas und Grundschulen der Stadt zusammengekommen, um gemeinsam an der Gestaltung des Überganges von der Kita in die Grundschule zu arbeiten. Der Fachtag unter dem Titel „Kita und Grundschule in einem Boot – Für die Kinder in St. Ingbert“ wurde vom Institut für Lehrerfort- und -weiterbildung (ILF) Saarbruecken in Kooperation mit der Stadt St. Ingbert organisiert.
Oberbürgermeister Dr. Uli Meyer und die Landtagsabgeordnete Jutta Schmitt-Lang richteten Grußworte an die Teilnehmenden und unterstrichen damit den hohen politischen Stellenwert einer gelingenden Zusammenarbeit zwischen frühkindlichen Bildungseinrichtungen und Grundschulen für die Zukunft der Kinder in St. Ingbert.
Starker Impuls für eine gemeinsame Bildungsverantwortung
Zur Eröffnung moderierte Thomans Mann, Direktor des ILF Saarbrücken, ein Podiumsgespräch zum Thema „Was wäre anders, wenn es ideal wäre?“ zwischen Nadine Backes, Bürgermeisterin und erste Beigeordnete und Elaine Maas, Pädagogische Gesamtleitung der Kitas der Stadt St. Ingbert. Die Keynote von Karolina Engel (ILF Saarbruecken) „Das Kind im Blick: gemeinsam den Übergang gestalten“ rückte die Erziehungspartnerschaft zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern ins Zentrum: Gelingende Kooperation setze Respekt, Kommunikation und geteilte Verantwortung voraus. Bildungsungleichheit entstehe oft lange vor dem Kita-Eintritt – umso wichtiger sei ein frühzeitiger, qualitativ hochwertiger Zugang zu frühkindlicher Bildung und eine konsequente Begleitung der Familien.
Engel brachte ein Bild ins Spiel, das den Kern der Herausforderung trifft: „Unbestritten gestaltet sich eine gute Kooperation aufgrund der unterschiedlichen theoretischen und bildungsphilosophischen Grundlagen von Kindergarten und Schule nicht immer einfach. So vergleicht Prof. Wassilios E. Fthenakis unser Bildungssystem mit einem Hochhaus, bei dem in jedem Stockwerk ein anderer Architekt beschäftigt wurde, jedoch vergessen wurde, die Verbindungstreppen zu bauen. Wir wollen heute mit diesem Fachtag die Treppen in das Hochhaus einbauen.“ (Karolina Engel)
Ideen aus der Praxis: Reicher Ertrag im World Café
Im Mittelpunkt des Tages stand ein mehrstündiges World Café, in dem Erzieherinnen und Lehrkräfte an sechs thematischen Tischen konkrete Ideen für gemeinsame Projekte und Kooperationsformate entwickelten. Die Thementische orientierten sich am saarländischen Bildungsprogramm und deckten das gesamte Spektrum frühkindlicher Bildung ab: Körper, Bewegung und Gesundheit; Kommunikation, Sprachen und Medien; Bildnerisches Gestalten und Musik; Mathematische Grunderfahrungen; Naturwissenschaftliche und technische Grunderfahrungen sowie den Weg zum Schulkind.
Die Ergebnisse sind vielfältig und praxisnah: Gemeinsame Sportstunden, Lesepaten aus Klasse 3/4 die Kita-Kindern vorlesen, Waldtage zur Gruppenbildung, Theaterprojekte, Sprachfachkräfte in beiden Einrichtungen, gemeinsame Ausflüge etwa zum Dynamikum oder zum MINT-Campus Alte Schmelz – die Ideen reichen von kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen bis hin zu strukturellen Kooperationsformaten für das gesamte Kooperationsjahr.
Ideenspeicher: Strukturelle Weichen für das Kooperationsjahr 2026/27
Besondere Aufmerksamkeit erhielt der gemeinsam erarbeitete Ideenspeicher: Die Teilnehmenden schlagen unter anderem vor, zu jedem Schuljahresbeginn ein Organigramm aller Kooperationspartner mit Kontaktdaten zu erstellen, eine gemeinsame Austauschplattform für alle Beteiligten einzurichten sowie einen gemeinsamen Gesamtelternabend durchzuführen, bei dem Eltern Informationen zum Übergang, zum Kooperationsjahr und zu ihren Rechten und Möglichkeiten erhalten. Darüber hinaus sprechen sich die Fachkräfte für regelmäßige Treffen aller Kooperationsbeauftragten aus Schule und Kita aus – einmal zu Beginn und einmal zum Ende des Jahres.
Am Nachmittag arbeiteten die Gruppen an der konkreten Jahresplanung für das Kooperationsjahr 2026/27: Arbeitstreffen, Hospitationen, Elternabende und gemeinsame Projekte wurden besprochen und in erste Vereinbarungen überführt.